Spielzeugfreie Zeit

In der spielzeugfreien Zeit wird für einen längeren Zeitraum das gewohnte Spielzeug weggeräumt und "in den Urlaub geschickt". In den Räumen verbleiben Möbel, Decken, Tücher, Kissen und eventuell Matratzen. Auf Anfrage können sich die Kinder von den Erziehern Papier, Stifte, Scheren, Klebstoff, Holz und Werkzeuge holen. Für das Spiel im Freien stehen nur die Großgeräte, Sand und eben die Natur zur Verfügung. Die Erzieherinnen machen von sich aus keine Angebote für Spiel und Beschäftigung.

Die spielzeugfreie Zeit ist ursprünglich ein Projekt der Suchtprävention, da heute die Bedürfnisse von Kindern nach Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit immer häufiger mit Spielzeug, Fernseher und Computer befriedigt werden. Den Kindern soll die Fähigkeit vermittelt werden, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Ohne festgelegte Spielabläufe und ohne vorgefertigtes Spielmaterial, müssen die Kinder einander genau mitteilen, was sie spielen, wie sie spielen und wie die Rollenabläufe sind. Die Sprache ist hierbei das tragende Instrument, um die Spielideen umzusetzen. So zeigen sich in der Praxis auffallend positive Effekte auf Kreativität und Sprachentwicklung. Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass die Kinder in der spielzeugfreien Zeit engeren Kontakt untereinander aufbauen. Um in der Gruppe etwas zu erreichen, um andere von den eigenen Spielideen zu überzeugen, sind die Kinder darauf angewiesen untereinander stärker in Beziehung zu treten und sich stärker zum Ausdruck zu bringen. Sie „probieren“ sich selbst mehr aus und entwickeln so stärkeres Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Das alles führt zu mehr Sicherheit, innerer Stärke und Selbstbewusstsein.